Die gesetzliche Basis
Kinder und Jugendliche unter 18 sind laut oesterreich.gv.at grundsätzlich bei ihren Eltern mitversichert. In Ausbildung ist die Mitversicherung bis zum 27. Geburtstag möglich, wenn keine eigene Krankenversicherung besteht, etwa bei Bezug der Familienbeihilfe oder mit Nachweis eines ernsthaft betriebenen Studiums. Wer mehr als 551,10 Euro im Monat verdient, die Geringfügigkeitsgrenze 2026, wird vom Arbeitgeber bei der ÖGK angemeldet und ist dann eigenständig versichert. Arbeitsuchende Jugendliche können bis zu 24 Monate mitversichert bleiben.
Im Spital zahlen Kinder in Vorarlberg seit 1. Jänner 2026 keinen Kostenbeitrag mehr in der allgemeinen Klasse. Bei der SVS sind Kinder unter 15 und mitversicherte Kinder vom Selbstbehalt für Heilbehelfe befreit.
Die Bedingungen der Versicherer
| Versicherer | Neugeborene | Kinderprämie bis | Selbstbehalt Kinder | Begleitperson |
|---|---|---|---|---|
| UNIQA | Babyoption zubuchbar, ohne Gesundheitsprüfung | 18, dann Anhebung möglich | - | versicherte Kinder |
| DONAU | Babyvorteil gratis | 19 (SmartStart) | halb bis 20 | bis 18 |
| Wiener Städtische | Babyvorteil | 20 | halb | unter 18 |
| GRAWE | MyMEDbaby, Anmeldung binnen 2 Monaten | 20, in Ausbildung reduziert bis 26 | bis 20 übernimmt die GRAWE | bis 18 |
| muki | Baby-Option 6,41 € | 18 | 50 % im variablen Tarif | versicherte Kinder |
| Generali | Baby-Option ohne Prüfung und Wartezeit, 6 Monate prämienfrei | - | - | versicherte Kinder |
| Allianz | Baby Bonus in Extra und Max | - | - | ja, in Max im Familienzimmer |
| Merkur | Zwergerlschutz ohne Gesundheitsprüfung | - | - | ja |
Quellen: Informationsblätter, Folder, Tarifblätter und Produktseiten der Versicherer, siehe die Anbieterseiten. „-“ heißt: nicht eigens veröffentlicht.
Babyoption: die Fristen
Weil der gesetzliche Anspruch auf Mitversicherung Neugeborener nach § 178e VersVG nur bei vollem Krankenversicherungsschutz gilt, haben die Versicherer eigene Regeln. Der Kern ist immer derselbe: Das Neugeborene wird ohne oder mit begünstigter Prüfung aufgenommen, wenn es rechtzeitig angemeldet wird. Die GRAWE nennt zwei Monate ab Geburt, § 178e selbst ebenfalls zwei Monate. Bei UNIQA, Generali und Merkur ist die Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung ausdrücklich genannt, bei der UNIQA laut Folder auch bei Vorerkrankungen des Babys.
Die Generali übernimmt bei einer Versicherung ab Geburt die Prämie der ersten sechs Lebensmonate. Die muki verlangt für ihre Baby-Option 6,41 Euro im Monat, bei der DONAU ist der Babyvorteil im Spitalstarif gratis enthalten.
Rechenbeispiel: krank geboren
Ein Kind kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Mit rechtzeitig angemeldeter Babyoption wird es ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen und ist für die Behandlung in der Sonderklasse versichert, mit einem Elternteil als Begleitperson. Ohne Babyoption entscheidet beim späteren Antrag die Gesundheitsprüfung, die bei einem bekannten Herzfehler mit einem Ausschluss oder einer Ablehnung enden kann. Bei der muki kostet die Baby-Option 6,41 Euro im Monat, bei der DONAU ist der Babyvorteil im Spitalstarif enthalten.
Was Kinder in den Tarifen bekommen
- Ersatztaggeld: In den Unfall- und Einstiegstarifen von DONAU und Wiener Städtische 110 Euro pro Tag statt 220 Euro für Erwachsene. Bei der GRAWE gilt für Versicherte bis 20 die Hälfte des Ersatztaggelds und ein Viertel des Kurzuschusses.
- Selbstbehalt: bei mehreren Versicherern die Hälfte, bei der GRAWE bis 20 gar keiner, wenn der Vertrag vor 20 abgeschlossen wurde.
- Geburt: Wer zur Kinderprämie versichert ist, hat bei DONAU, Wiener Städtische und Merkur keinen Schutz für Schwangerschaft und Entbindung. Für 19-jährige Töchter ist das ein Punkt, der vor dem Wechsel in die Erwachsenenprämie zählt.
- Privatarzt: UNIQA zahlt ab Optimal die Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass, die Generali Kinderärzte und Eltern-Kind-Pass-Honorare, die muki bietet Kinderprämien ab 16,29 Euro.
- Zahnspange: Kinder lassen sich bei der Generali allein in der Zahnversicherung versichern, abgeschlossen werden muss vor der Feststellung einer Fehlstellung.
Die Kosten bis zur Volljährigkeit
| Tarif | pro Monat | bis 18 Jahre ohne Erhöhungen |
|---|---|---|
| DONAU SmartStart, Wiener Städtische start | 7,27 € | 1.570 € |
| Wiener Städtische bestHEALTH PREMIUM, Vorarlberg | 19,95 € | 4.309 € |
| muki SOE 1 B3 übrige Bundesländer | 28,40 € | 6.134 € |
| Wiener Städtische bestHEALTH PREMIUM, Wien | 29,86 € | 6.450 € |
| muki SOE 1 B1 Österreich | 37,85 € | 8.176 € |
18 Jahre Prämie, ohne Partnerbonus und ohne Tarifanpassungen. Wiener Städtische: Gruppentarif 01/2026. muki: Einzeltarif SOE 1/26.
Vor dem Abschluss klären
- Ist eine Babyoption enthalten, und bis wann muss das Kind angemeldet werden?
- Bis zu welchem Alter gilt die Kinderprämie, und was kostet der Vertrag danach?
- Zahlen Kinder den halben oder keinen Selbstbehalt?
- Bis zu welchem Alter sind Begleitkosten versichert?
- Gibt es eine reduzierte Prämie für Jugendliche in Ausbildung, wie bei der GRAWE bis 26?
Wen in der Familie versichern und was es kostet: Familie & Kinder. Rabatte: Familientarife.
Quellen
- oesterreich.gv.at: Mitversicherung in der Krankenversicherung (Stand 01.01.2026)
- Vorarlberger Landeskrankenhäuser: Kostenbeiträge 2026 (PDF); SVS: Selbstbehalt & Vergütung
- RIS: § 178e VersVG
- UNIQA: Informationsblätter, Folder Privatarzt; GRAWE: Folder MyMED; Generali: Sonderklasse, Zahnvorsorge
- Wiener Städtische: bestHEALTH Wien, Vorarlberg, start (PDF, 01/2026); muki: SOE 1; DONAU: Securmed Stationär; Merkur: Sonderklasse; Allianz: Sonderklasse