Das System in fünf Sätzen
- Wer arbeitet, ist pflichtversichert, bei der ÖGK, der SVS, der BVAEB oder einer Krankenfürsorgeanstalt.
- Die gesetzliche Versicherung zahlt im Spital die allgemeine Klasse und beim Wahlarzt 80 Prozent ihres eigenen Tarifs.
- Die private Zusatzversicherung zahlt darüber hinaus: Sonderklasse, Wahlarzt-Differenz, Therapien, Zahnersatz, je nach Tarif.
- Sie wird nach einer Gesundheitsprüfung abgeschlossen, danach darf der Gesundheitszustand den Vertrag nicht mehr verschlechtern.
- Die Prämie richtet sich nach Eintrittsalter, Leistung, Bundesland und Selbstbehalt und steigt später nur durch Tarifanpassungen.
Die wichtigsten Regeln aus dem Versicherungsvertragsgesetz
| Regel | Was sie bedeutet | Paragraf |
|---|---|---|
| Vier Arten | Krankheitskosten, Krankenhaustagegeld, Krankengeld, Pflege | § 178b |
| Keine Gefahrerhöhung | wer nach dem Abschluss krank wird, muss das nicht melden, der Vertrag bleibt unverändert | § 178a Abs. 3 |
| Wartezeiten begrenzt | höchstens 3 Monate allgemein, 8 Monate für Psychotherapie und Zahn, 9 Monate für Entbindung | § 178d |
| Neugeborene | Anspruch auf Mitversicherung ohne Wartezeit, aber nur bei vollem Krankenversicherungsschutz, nicht bei einer Zusatzversicherung | § 178e |
| Prämienanpassung | nur aus gesetzlich aufgezählten Gründen, nicht wegen des Alters oder der Gesundheit | § 178f |
| Lebenslang | Verträge nur auf Lebenszeit, keine ordentliche Kündigung durch den Versicherer | § 178i |
Was das in der Praxis heißt
Die drei letzten Regeln wirken zusammen: Weil der Versicherer nicht kündigen und die Prämie nicht wegen einer Erkrankung erhöhen darf, entscheidet über den ganzen Vertrag der Gesundheitszustand beim Abschluss. Das ist der Grund, warum Versicherer jung einsteigen lassen und Einstiegstarife mit Umstiegsrecht anbieten: DONAU und Wiener Städtische ab 7,27 Euro für Kinder, mit dem Recht, bis 45 ohne neue Gesundheitsprüfung in den Volltarif zu wechseln. Und es ist der Grund, warum die Gesundheitsfragen vor dem Abschluss so wichtig sind: Was dort falsch oder unvollständig beantwortet wird, kann den Schutz kosten. Mehr: Gesundheitsfragen.
Die Lücke bei Neugeborenen ist der zweite praktische Punkt. Weil der gesetzliche Anspruch aus § 178e für Zusatzversicherungen nicht gilt, haben die Versicherer eigene Babyoptionen, bei der Generali mit sechs prämienfreien Monaten, bei der muki um 6,41 Euro im Monat. Mehr: Familie.
Die Grundlagen im Detail
Was ist eine PKV?
Die vier Arten, die drei Regeln, wie gezahlt wird, was ausgeschlossen ist, welche Versicherer es gibt.
Was ist PKV?Gesetzlich vs. Privat
Was die Kasse im Spital, beim Wahlarzt und beim Zahnarzt zahlt, was Versicherte selbst tragen.
Unterschiede verstehenÖGK, SVS, BVAEB
Beitragssätze, Selbstbehalte und warum die eigene Kasse für den privaten Tarif zählt.
VersicherungsträgerWeiter zu den Leistungen und Kosten
Was die einzelnen Bausteine leisten: Leistungen. Was sie kosten: Kosten. Die Tarife der Versicherer im Vergleich: Anbieter.
Quellen
- RIS: Versicherungsvertragsgesetz § 178a, § 178b, § 178d, § 178e, § 178f, § 178i
- DONAU: Prospekt SmartStart (PDF, 05/2026); Generali: Sonderklasse; muki: SOE 1