Was kostet eine private Krankenversicherung?

Zwischen 8,81 und 171,73 Euro im Monat liegen die veröffentlichten Prämien für die Sonderklasse eines 30-Jährigen, je nachdem, ob nur Unfälle oder auch Krankheiten gedeckt sind, mit oder ohne Selbstbehalt, in Vorarlberg oder in Wien. Die Spanne erklärt sich fast vollständig aus sechs Faktoren.

Sechs Faktoren bestimmen die Prämie

FaktorWirkungBeleg aus veröffentlichten Tarifen
Leistungsumfangder größte HebelDONAU: Unfall-Sonderklasse 7,74 €, Einstieg mit Option 14,16 € mit 20 Jahren; Volltarife ein Vielfaches
Eintrittsaltersteigt mit jedem JahrWiener Städtische, Wien, ohne Selbstbehalt: 88,38 € mit 20, 145,87 € mit 40 Jahren
Bundeslandbis 50 % UnterschiedWiener Städtische mit 30: 77,72 € in Vorarlberg, 116,34 € in Wien
Selbstbehaltein Drittel und mehrmuki, ÖGK, mit 30: 109,94 € mit Selbstbehalt, 171,73 € im Österreich-Tarif ohne
Krankenkasseeigener Tarif je Kassemuki: SOE 1 für ÖGK und KFA, SOE 2 für SVS, SOE 3 für BVAEB; Allianz nennt den Träger als Prämienfaktor
GesundheitszustandZuschlag oder Ausschlussalle Versicherer prüfen vor Abschluss, die Allianz nennt Annahme, Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung

Dazu kommen kleinere Posten: Die muki weist in ihrer Prämientabelle 1 Prozent Versicherungssteuer aus. Gruppenverträge über Arbeitgeber oder Berufsverbände senken die Prämie, die Generali gibt Beschäftigten der Medizinischen Universität Innsbruck etwa 10 Prozent Rabatt. Partner im gemeinsamen Haushalt bringen bei DONAU, Wiener Städtische und muki 5 Prozent.

Was ein 30-Jähriger zahlt: die veröffentlichten Zahlen

TarifGedecktMonatsprämie
DONAU Sonderklasse nach Unfallnur Unfälle7,74 € (mit 20 und 35 Jahren)
muki Unfallsonderklasse Plusnur Unfälle, dazu Reiseleistungen8,81 € (unabhängig vom Alter)
DONAU SmartStart, Wiener Städtische sorgenfreie.sonderklasse.startUnfälle plus Umstiegsrecht16,30 €
Wiener Städtische bestHEALTH SMART, Vorarlberg (Gruppentarif)Volltarif, Selbstbehalt ab 4053,11 €
Wiener Städtische bestHEALTH PREMIUM, Wien (Gruppentarif)Volltarif ohne Selbstbehalt116,34 €
muki SOE 1 VS, ÖGK-versichertVolltarif mit variablem Selbstbehalt109,94 €
muki SOE 1 B3, ÖGK, z.B. SteiermarkVolltarif, kein Selbstbehalt im eigenen Gebiet130,92 €
muki SOE 1 B1 Wien/ÖsterreichVolltarif ohne Selbstbehalt österreichweit171,73 €

Quellen: DONAU-Prospekte 05/2026, muki Tarif SOE 1/26 und Unfallsonderklasse Plus, Wiener Städtische Tarifblätter bestHEALTH 01/2026 (Rahmenvertrag Bundesgremium Versicherungsagenten). Die Allianz nennt als Beispiel für 19 Jahre in Wien 41,11 € (Comfort), 100,92 € (Extra) und 144,94 € (Max).

UNIQA, Merkur, Generali und GRAWE veröffentlichen für den Volltarif keine Prämien. UNIQA nennt nur den Einstieg in die neue Sonderklasse für 20-Jährige ab rund 30 Euro im Monat. Was die Tarife leisten, steht auf den Anbieterseiten.

Das Paket: Spital und Privatarzt

Wer Sonderklasse und Privatarzt zusammen versichert, zahlt zwei Prämien. Die muki veröffentlicht beide: Für einen 30-Jährigen mit ÖGK kostet der Österreich-Tarif SOE 1 B1 171,73 Euro, die Privatarzt-Variante PREMIUM Large mit bis zu 100 Prozent Erstattung und 4.119 Euro Jahreshöchstbetrag 76,19 Euro. Zusammen sind das 247,92 Euro im Monat vor dem Bündelrabatt von 5 Prozent, den die muki für die Kombination gewährt. Mit dem Bundesland-Tarif B3 und der Privatarzt-Variante STANDARD Medium sinkt die Summe auf 166,90 Euro.

Die Allianz zeigt den Effekt des Kombi-Rabatts an ihren Beispielen: Wahlarzt Comfort für 21 Jahre in Wien 40,96 Euro, mit Kombi-Rabatt für 34 Jahre in Wien 37,67 Euro, trotz höheren Alters also billiger. Die Höhe des Rabatts nennt die Allianz nicht.

Rechenbeispiel: eine Familie in der Steiermark

Zwei Erwachsene mit 30 Jahren, beide ÖGK, zwei Kinder unter 19, alle im muki-Tarif SOE 1 B3: 2 × 130,92 plus 2 × 28,40 Euro, zusammen 318,64 Euro im Monat. Mit 5 Prozent Partnerrabatt wären es 302,71 Euro, wenn der Rabatt für alle vier gilt. Im Gruppentarif der Wiener Städtische für die Steiermark kostet dieselbe Familie ohne Selbstbehalt 2 × 88,82 plus 2 × 22,80 Euro, zusammen 223,24 Euro vor Partnerbonus.

Der Unterschied von fast 100 Euro im Monat liegt nicht nur am Versicherer: Die Zahlen der Wiener Städtische stammen aus einem Gruppenvertrag, die der muki aus dem Einzeltarif. Für die eigene Rechnung zählt das Angebot, das man tatsächlich bekommt.

Die Kosten über die Jahre

Die Monatsprämie ist nur der Anfang. Versicherer passen die Prämie laufend an, nach § 178f Versicherungsvertragsgesetz aber nur aus bestimmten Gründen: wegen eines vereinbarten Index, gestiegener Lebenserwartung, häufigerer Inanspruchnahme im Tarif, geänderter Kassenleistungen, höherer Spitalsentgelte oder geänderter Gesetze. Das eigene Älterwerden oder ein schlechterer Gesundheitszustand sind kein zulässiger Grund. Die Wiener Städtische nennt im Tarifblatt die durchschnittliche jährliche Erhöhung der letzten fünf Jahre: 4,5 bis 5,7 Prozent je nach Bundesland.

Was das bedeutet, zeigt eine Hochrechnung: Wer mit 30 in Wien den Gruppentarif PREMIUM um 116,34 Euro abschließt und bis 65 jedes Jahr 4,5 Prozent mehr zahlt, kommt in 35 Jahren auf rund 113.800 Euro Prämien. Ohne Erhöhungen wären es 48.863 Euro. Ein Fünfjahresschnitt ist keine Zusage für die nächsten 35 Jahre, die Größenordnung gehört trotzdem in die Entscheidung. Mehr dazu: Prämienentwicklung nach Alter.

Wo sich sparen lässt, ohne Schutz zu verlieren

  • Selbstbehalt ab 40 statt sofort: Bei Wiener Städtische, DONAU und GRAWE fällt er für Erwachsene erst ab 40 an, bei UNIQA ab 45. Wer jung abschließt, zahlt jahrelang die niedrigere Prämie ohne Selbstbehalt. Die Rechnung im Detail: Selbstbehalt.
  • Bundesland-Tarif: Bei der muki kostet der Tarif für das eigene Gebiet B3 mit 30 Jahren 40,81 Euro weniger als der Österreich-Tarif. Wer kein Wiener Spital braucht, spart das.
  • Einstieg mit Option: 16,30 Euro statt eines Volltarifs, wenn noch kein Kinderwunsch besteht, mit dem Recht auf späteren Wechsel ohne Gesundheitsprüfung.
  • Gruppenvertrag: beim Arbeitgeber, Betriebsrat oder Berufsverband nachfragen.
  • Prämienbonus ab 65: Allianz, Generali und GRAWE halbieren die Prämie ab 65 mit einem eigenen Baustein, Merkur um 25 oder 50 Prozent.

Vor dem Abschluss klären

  • Welche Leistungen sind im angebotenen Tarif tatsächlich enthalten: nur Unfall, schwere Erkrankungen oder alles?
  • Wie hoch war die durchschnittliche Prämienerhöhung der letzten Jahre?
  • Gibt es einen Gruppenvertrag über Arbeitgeber oder Verband?
  • Gilt der Partnerrabatt für alle Familienmitglieder, und wie hoch ist der Rabatt für die Kombination mit Privatarzt?
  • Wie hoch ist der Prämienzuschlag, falls die Gesundheitsprüfung einen ergibt?

Quellen