UNIQA auf einen Blick
Die UNIQA Österreich Versicherungen AG hat 2025 in der Krankenversicherung 1.475 Millionen Euro an Prämien verrechnet, nach 1.390 Millionen im Jahr davor. Laut eigenem Geschäftsbericht ist sie damit weiterhin Marktführer in dieser Sparte. Über alle Sparten gerechnet ist UNIQA mit rund 21 Prozent Marktanteil die zweitgrößte Versicherungsgruppe Österreichs.
Die Sonderklasse-Tarife seit September 2026
Die fünf Varianten unterscheiden sich vor allem darin, welche Krankenhausaufenthalte gedeckt sind und ab wann ein Selbstbehalt fällig wird:
| Tarif | Gedeckte Aufenthalte | Zimmer | Selbstbehalt | Geburt |
|---|---|---|---|---|
| Sonderklasse nach Unfall | Unfallfolgen, bis 2 Jahre nach dem Unfalltag | Zweibettzimmer | keiner | nicht gedeckt |
| Sonderklasse Start | Unfallfolgen und die im Tarif aufgezählten schweren Erkrankungen | Zweibettzimmer | keiner angeführt | nicht gedeckt |
| Sonderklasse Optimal | alle medizinisch notwendigen stationären Behandlungen | Einbettzimmer, in Wien Zweibettzimmer | ab dem 45. Geburtstag, pauschal je nach Bundesland | gedeckt, mit Wartefrist |
| Sonderklasse Optimal Plus | alle medizinisch notwendigen stationären Behandlungen | Einbettzimmer, in Wien Zweibettzimmer | ab dem 45. Geburtstag, je nach Aufenthaltsdauer und Bundesland | gedeckt, mit Wartefrist |
| Sonderklasse Premium | alle medizinisch notwendigen stationären Behandlungen | Einbettzimmer, in Wien Zweibettzimmer | keiner | gedeckt, mit Wartefrist |
Quelle: UNIQA-Informationsblätter zu den Versicherungsprodukten, Stand 07.2026 (Start bis Premium) und 07.2021 (nach Unfall).
Im Gruppengeschäft laufen die älteren Tarife weiter: Die Gruppen-Krankenversicherung für Beschäftigte der Medizinischen Universität Wien bietet laut Flyer 2026 Select Kompakt, Select Optimal und Premium sowie Sonderklasse PUR an. Der Selbstbehalt in Select Optimal beträgt dort wahlweise einheitlich 1.238,80 Euro oder je nach Bundesland 554,70 Euro in Niederösterreich bis 1.615,40 Euro in Wien. Wer über einen Arbeitgeber versichert ist, sollte daher prüfen, welche Tarifgeneration im Vertrag steht.
Start: günstig, aber mit Lücken
Start ist kein kleiner Vollschutz, sondern ein Unfall-Tarif mit einer festen Liste schwerer Erkrankungen. Was nicht auf dieser Liste steht, zahlt der Tarif nicht, auch Schwangerschaft und Entbindung sind ausgeschlossen. Vor einem geplanten Spitalsaufenthalt wegen einer schweren Erkrankung muss die schriftliche Zusage von UNIQA vorliegen. Dafür enthält Start Leistungen, die in den höheren Stufen nicht im Infoblatt stehen: ein Rehabilitationstagegeld, eine Pauschale für Hauspflege nach einem chirurgischen Eingriff und Bergungskosten.
Optimal, Optimal Plus und Premium: voller Spitalsschutz
Ab Optimal gilt die Sonderklasse bei Krankheit, Unfall, Schwangerschaft und Entbindung. Gedeckt sind auch ambulante Operationen, Transportkosten ins Spital und die Kosten einer Begleitperson, wenn ein versichertes Kind im Krankenhaus liegt. Wer in der allgemeinen Gebührenklasse bleibt, bekommt statt der Kostenübernahme ein Ersatztagegeld, nach einer Geburt eine Entbindungspauschale. Laut den Infoblättern unterscheiden sich die drei Stufen nur beim Selbstbehalt.
In allen Stufen ausgeschlossen sind unter anderem Zahnimplantate, künstliche Befruchtung, kosmetische Eingriffe und Vorsorgebehandlungen. Ab Optimal kommen Operationen wegen Übergewicht, Geriatrie, Rehabilitation und Pflege sowie Entzugsbehandlungen dazu. Ein Einbettzimmer, wo der Tarif nur das Zweibettzimmer deckt, und die Babyoption lassen sich von Start bis Premium zusätzlich versichern. Mit der Babyoption wird ein Neugeborenes ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen.
Selbstbehalt erst ab 45
Bis zum 45. Geburtstag gibt es in keiner der Stufen einen Selbstbehalt. Danach gilt in Optimal ein pauschaler Selbstbehalt, dessen Höhe vom Bundesland des Spitals abhängt. In Optimal Plus hängt er zusätzlich davon ab, wie lange der Aufenthalt dauert. Premium bleibt auch nach 45 ohne Selbstbehalt.
Die konkreten Beträge nennen weder die Infoblätter noch die Pressemitteilung, sie stehen im jeweiligen Tarif. Wer mit 35 abschließt, sollte sich die Beträge für das eigene Bundesland trotzdem jetzt geben lassen: Sie entscheiden in zehn Jahren darüber, ob ein Umstieg auf Premium nötig wird.
Umstiegsrecht: wechseln ohne neue Gesundheitsprüfung
Der Kern der neuen Reihe ist das Umstiegsrecht. Versicherte können in festgelegten Abständen in eine leistungsstärkere oder eine günstigere Stufe wechseln, ohne neue Gesundheitsprüfung und ohne neue Wartezeiten. Wie lang diese Abstände bei der Sonderklasse sind, sagt die Pressemitteilung vom 11. September 2026 nicht. Bei den Privatarzt-Tarifen, die UNIQA nach demselben Prinzip schon im September 2025 umgestellt hat, ist ein Wechsel jeweils nach drei Jahren möglich.
Praktisch heißt das: Mit 20 im Start-Tarif beginnen und mit 30 auf Optimal gehen, ohne dass eine inzwischen aufgetretene Erkrankung den Wechsel verhindert. Wer den Umstieg wegen eines Kinderwunsches plant, sollte vorher schriftlich klären lassen, ab wann die Entbindung im neuen Tarif gedeckt ist.
Was kostet die UNIQA-Sonderklasse?
Eine konkrete Prämie nennt UNIQA zur neuen Reihe nur in der Pressemitteilung: Für 20-Jährige beginnt der Schutz bei rund 30 Euro im Monat. Welche Stufe damit gemeint ist, steht nicht dabei. Alles Weitere hängt von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Bundesland und gewählter Stufe ab.
„Sonderklasse nach Unfall“ und „Sonderklasse Start“ können Einzelpersonen direkt online abschließen. Statt einer ausführlichen Gesundheitsprüfung sind dort nur wenige Gesundheitsfragen zu beantworten. Die Prämie berechnet der Krankenversicherungs-Rechner von UNIQA.
Vertragsbindung: drei Jahre
Kündigen lässt sich der Vertrag erstmals zum Ende des dritten Versicherungsjahres, mit einem Monat Frist. Danach ist eine Kündigung jährlich zur Hauptfälligkeit möglich. Wird ein mitversichertes Kind 18, darf UNIQA die Prämie auf den Erwachsenentarif für dieses Eintrittsalter anheben. Der Versicherungsnehmer wird mindestens einen Monat vorher verständigt und kann binnen vier Wochen kündigen, ohne dass die Erhöhung wirksam wird.
Privatarzt-Tarife für ambulante Behandlungen
Für Arztbesuche außerhalb des Spitals hat UNIQA im September 2025 vier Grundtarife eingeführt. Sie erstatten Kosten bei Kassen-, Wahl- und Privatärzten bis zu einem festen Jahresbetrag, der sich auf einzelne Leistungsbereiche aufteilt:
| Höchstbetrag pro Jahr | Start | Optimal | Optimal Plus | Premium |
|---|---|---|---|---|
| Gesamt | 1.400 € | 2.800 € | 4.200 € | 8.400 € |
| Arzt und Facharzt, inkl. Telemedizin, Vorsorge, Labor, MRT und CT | 1.120 € | 1.400 € | 2.100 € | 4.200 € |
| Medikamente und Impfungen, inkl. Reiseimpfungen | 280 € | 560 € | 840 € | 1.680 € |
| Verordnete Therapien, z.B. Physio-, Ergo- und Psychotherapie, Osteopathie | - | 560 € | 840 € | 1.680 € |
| Heilbehelfe, z.B. Brillen, Kontaktlinsen, Hörgeräte | - | 280 € | 420 € | 840 € |
Quelle: UNIQA-Folder Privatarzt-Versicherung, Stand September 2026. Bei Operationen zur Sehkorrektur gilt für Heilbehelfe der doppelte Betrag.
Start lässt sich laut UNIQA ohne große Gesundheitsprüfung abschließen, deckt aber keine Therapien und keine Heilbehelfe. Für Optimal, Optimal Plus und Premium gibt es inzwischen auch Varianten mit 50 Prozent Selbstbehalt und entsprechend niedrigerer Prämie. Diese drei Tarife gelten weltweit. Nicht versichert sind Zahnbehandlungen, Zahnersatz und Kieferregulierungen, Empfängnisverhütung, künstliche Befruchtung sowie medizinisches Krafttraining.
Die Rechnung zuerst bei der Sozialversicherung einreichen und erst den Rest bei UNIQA: So lassen sich laut UNIQA bis zu 100 Prozent der Kosten ersetzen, und der Jahresbetrag reicht länger. Als Zusatzbausteine gibt es „Eltern werden“ für Leistungen rund um die Familiengründung, „Fit fühlen“ mit Fitness-Abos und Labortests und „Mental wachsen“ mit Coaching und Lebens- und Sozialberatung.
Direktverrechnung und Privatkliniken
In ganz Österreich rechnet UNIQA mit Vertragskrankenhäusern direkt ab und gibt eine Kostendeckungsgarantie, Versicherte müssen also nichts vorstrecken. In Europa gilt dasselbe für allgemein öffentliche Krankenhäuser. Wo keine Direktverrechnung besteht, ersetzt UNIQA die Kosten nur bis zu den im Tarif festgelegten Versicherungssummen. Ab Start sind auch geplante Behandlungen weltweit gedeckt, wenn sie in Österreich wegen des medizinischen Standards nicht möglich sind. Dem Unfall-Tarif fehlt diese weltweite Deckung für geplante Behandlungen.
Für Wiener Privatkliniken gelten Direktverrechnungsvereinbarungen über den Versicherungsverband. UNIQA nennt dafür die Privatklinik Döbling, die Goldenes Kreuz Privatklinik, die Confraternität - Privatklinik Josefstadt, das Rudolfinerhaus, die Wiener Privatklinik, das Sanatorium Hera und die ATOMOS Klinik Währing.
Welche Stufe passt?
- Nur bei Unfällen in die Sonderklasse: Sonderklasse nach Unfall, online abschließbar.
- Jung, kleines Budget, später aufstocken: Start, mit dem Umstiegsrecht als Weg nach oben. Eine Geburt ist hier nicht gedeckt.
- Kinderwunsch: ab Optimal, rechtzeitig vor der Schwangerschaft wegen der Wartefrist, dazu die Babyoption.
- Kein Selbstbehalt im Alter: Premium. Wer Optimal oder Optimal Plus wählt, rechnet ab 45 mit einem Selbstbehalt.
Vor dem Abschluss klären
- Wie lang ist die Wartefrist für Entbindungen im gewählten Tarif?
- Welche Erkrankungen stehen in Start auf der Liste der schweren Erkrankungen?
- Wie hoch ist der Selbstbehalt ab 45 im eigenen Bundesland?
- In welchen Abständen ist ein Umstieg möglich, und gilt er auch für die Entbindungsleistung ohne neue Wartefrist?
Welche Fragen beim Antrag gestellt werden und was anzugeben ist: Gesundheitsfragen bei der PKV. Was die Sonderklasse unabhängig vom Anbieter leistet: Sonderklasse-Versicherung.
Kontakt
UNIQA Österreich Versicherungen AG
Untere Donaustraße 21, 1029 Wien
Telefon: +43 50677
Prämienrechner: uniqa.at/rechner/krankenversicherung
Quellen
- UNIQA: Informationsblätter Sonderklasse Start, Optimal, Optimal Plus und Premium (PDF, Stand 07.2026)
- UNIQA: Informationsblatt Sonderklasse nach Unfall (PDF, Stand 07.2021)
- UNIQA Insurance Group: UNIQA macht Sonderklasseversicherung flexibler (Pressemitteilung, 11.09.2026)
- UNIQA: Folder Privatarzt-Versicherung (PDF, Stand September 2026)
- UNIQA Österreich Versicherungen AG: Geschäftsbericht 2025 (PDF, 10.03.2026)
- UNIQA: Vereinbarungen mit Privatkliniken
- UNIQA: Gruppen-Krankenversicherung Medizinische Universität Wien (PDF, 2026)