Zahnversicherung

Im ersten Jahr zahlt die Zahnversicherung der DONAU höchstens 624 Euro, erst im fünften Jahr die vollen 3.120 Euro. Wer sie gleichzeitig mit der Sonderklasse abschließt, bekommt den vollen Betrag ab dem ersten Jahr. Solche Details entscheiden bei einem Implantat über tausende Euro.

Die Tarife im Vergleich

TarifErstattungHöchstbetrag pro JahrWartezeitVoraussetzung
DONAU Securmed Zahn 60 / 8060 % oder 80 %3.120 € oder 4.160 € ab dem 5. Jahr, gestaffelt6 Monate, bei Unfall keineDONAU-Sonderklasse, keine Gesundheitsfragen, 0 bis 70 Jahre
Wiener Städtische sorgenfreies.lächeln Basis / Premium60 % oder 80 %bis 3.120 € oder 4.160 €Sofortschutz bei UnfallErgänzung zur Sonderklasse
Allianz Meine Zahnversicherung Basis / OptimumRest nach Kasse 100 %, sonst 90 %, Vorsorge 100 %laut Versicherungsurkunde, Unterlimits steigen in den ersten 5 Jahrenkeine0 bis 65 Jahre, keine medizinischen Zugangsvoraussetzungen
Generali MedCare: Zahn60 % bis 80 %, wählbarlaut Vertragkeinenur mit einem stationären Tarif, Gesundheitsfragen

Quellen: DONAU Prospekt Securmed Zahn 12/2025 und Produktseite, Wiener Städtische Produktseite Zahnversicherung, Allianz „Meine Zahnversicherung - Einfach erklärt“ 05/2026 und Zielmarktbeschreibung 04/2026, Generali Produktseite Zahnvorsorge. Die Merkur bietet eine Zahnversicherung als Zusatzmodul an, die GRAWE schließt Zahnbehandlung in MyMED aus.

Bei DONAU und Wiener Städtische stimmen Prozentsätze und Höchstbeträge überein, wie schon in der Privatarzt-Versicherung. Beide gehören zur Vienna Insurance Group. Für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie dürfen Versicherer laut § 178d VersVG bis zu acht Monate Wartezeit vorsehen, Allianz und Generali verzichten ganz darauf.

Die Staffel: warum das erste Jahr zählt

Zahnversicherungen begrenzen die Leistung in den ersten Vertragsjahren, damit niemand erst abschließt, wenn die Krone schon geplant ist. Bei der DONAU wächst die Jahreshöchstleistung in fünf gleichen Schritten:

KalenderjahrSecurmed Zahn 60Securmed Zahn 80
1.624 €832 €
2.1.248 €1.664 €
3.1.872 €2.496 €
4.2.496 €3.328 €
ab 5.3.120 €4.160 €

Quelle: DONAU Prospekt Securmed Zahn (DG12-1, 12/2025).

Zwei Ausnahmen heben die Staffel auf: Bei unfallbedingten Behandlungen und bei gleichzeitigem Abschluss mit der Sonderklasse gilt die volle Jahresleistung des fünften Jahres schon ab dem ersten. Außerdem lässt sich nach Ausschöpfen der Jahresleistung auf den unverbrauchten Teil des Vorjahres zurückgreifen, ein Ansparen über mehrere Jahre ist nicht möglich.

Bei der Allianz wachsen nur die Unterlimits für Zahnerhalt und Zahnersatz, mit einer ersten Erhöhung ab dem dritten und einer zweiten ab dem fünften Kalenderjahr. Die Unterlimits für Zahnvorsorge und Zahnregulierung stehen ab dem ersten Jahr voll zur Verfügung.

Rechenbeispiel: eine Rechnung über 3.000 Euro im ersten Jahr

Angenommen, im ersten Versicherungsjahr fällt eine Zahnersatz-Rechnung über 3.000 Euro an, die Kasse zahlt keinen Zuschuss.

  • DONAU Zahn 80, nachträglich zur bestehenden Sonderklasse abgeschlossen: 80 % wären 2.400 Euro, das Limit im ersten Jahr liegt aber bei 832 Euro. Selbst zu zahlen: 2.168 Euro.
  • DONAU Zahn 80, gleichzeitig mit der Sonderklasse abgeschlossen: volle 4.160 Euro Limit, Erstattung 2.400 Euro. Selbst zu zahlen: 600 Euro.
  • DONAU Zahn 60, gleichzeitig abgeschlossen: 60 % sind 1.800 Euro, im Limit von 3.120 Euro. Selbst zu zahlen: 1.200 Euro.

Der Zeitpunkt des Abschlusses macht in diesem Beispiel 1.568 Euro Unterschied. Die Rechnung muss dabei nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit liegen, außer nach einem Unfall.

Was die Zahnversicherung zahlt

Die Leistungsbereiche sind bei allen Tarifen ähnlich gegliedert:

  • Vorsorge: Mundhygiene, Versiegelung, Fluoridierung, Kontrollen. Die Allianz ersetzt Vorsorge zu 100 Prozent, auch ohne Kassenleistung.
  • Zahnerhalt: Füllungen, Wurzelbehandlungen, Inlays, Parodontitis-Behandlung, Extraktionen.
  • Zahnersatz: Kronen, Brücken, Stiftzähne und Implantate. Implantate sind in den Sonderklasse-Tarifen ausgeschlossen, in den Zahntarifen von DONAU und Allianz ausdrücklich enthalten.
  • Kieferorthopädie: Zahnspangen und Schienen. Die Allianz zahlt Zahnspangen ab IOTN-Stufe 3, bei der Generali muss der Vertrag stehen, bevor eine Fehlstellung festgestellt wird.
  • Schienentherapie: Knirschschienen und Aufbissbehelfe mit Funktionsanalyse, bei der Allianz eigener Leistungsbereich.

Erst die Kasse, dann die Versicherung

Fast alle Zahntarife rechnen mit der Kassenleistung. Bei der Generali wird die Rechnung zuerst bei der Krankenkasse eingereicht, bei der Allianz ist der Erstattungsnachweis der Kasse vorzulegen, und erst dann gilt die volle Erstattung des Restbetrags. Ohne Kassenleistung zahlt die Allianz 90 Prozent der Rechnung, bei Leistungen, die generell nicht im Kassentarif stehen, braucht es keinen Nachweis. SVS- und BVAEB-Versicherte tragen bei der Kasse selbst einen Selbstbehalt von 20 Prozent bei den meisten Zahnbehandlungen.

Kinder und Zahnspangen

Für Kinder ist die Zahnversicherung vor allem wegen der Kieferorthopädie interessant. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Bei der Generali ist eine Behandlung nicht gedeckt, wenn erst nach Behandlungsbeginn abgeschlossen wird, und der Abschluss muss vor der Feststellung einer Fehlstellung liegen. Kinder können bei der Generali allein versichert werden. Bei schweren Fehlstellungen zahlt die Kasse die Zahnspange für Kinder und Jugendliche, mehr dazu unter Kieferorthopädie.

Vor dem Abschluss klären

  • Wie ist die Staffel in den ersten Jahren, und gilt sie auch bei gleichzeitigem Abschluss mit der Sonderklasse?
  • Wie lang ist die Wartezeit, und gilt sie auch für Vorsorge?
  • Sind Implantate und Kieferorthopädie enthalten, und mit welchem Unterlimit?
  • Wie wird erstattet, wenn die Kasse nichts zahlt?
  • Ist eine Sonderklasse-Versicherung Voraussetzung?

Was Zahnbehandlungen kosten und was die Kasse zahlt: Zahngesundheit. Alle Bausteine: Leistungen.

Quellen