Private Krankenversicherung für Familien

Ein Kind ist in der Sonderklasse ab 7,27 Euro im Monat versichert, im Volltarif ab rund 15 Euro. Teurer als die Prämie kann ein Fehler beim Zeitpunkt werden: Wer erst in der Schwangerschaft abschließt, bekommt die Geburt nicht gedeckt.

Vor der Schwangerschaft: die Wartezeit

Für Entbindungen dürfen Versicherer laut § 178d Versicherungsvertragsgesetz eine Wartezeit von bis zu neun Monaten vorsehen, die Wiener Städtische schöpft sie in ihren Sonderklasse-Tarifen aus. Tritt eine Schwangerschaft vor Ablauf dieser Frist ein, muss der Versicherungsnehmer beweisen, dass sie erst nach Vertragsabschluss begonnen hat. Praktisch heißt das: Der Volltarif sollte stehen, bevor eine Schwangerschaft geplant ist.

Unfall-Tarife und die meisten Einstiegstarife decken Schwangerschaft und Entbindung gar nicht. Einige Einstiegstarife enthalten aber ein Recht, bei einer Schwangerschaft außer der Reihe in den Volltarif zu wechseln:

TarifGeburt gedeckt?Umstieg bei Schwangerschaft
DONAU SmartStartneinab dem zweiten Versicherungsjahr, Antrag binnen drei Monaten nach ärztlicher Feststellung
Wiener Städtische sorgenfreie.sonderklasse.startneinab dem zweiten Versicherungsjahr
UNIQA Sonderklasse StartneinUmstiegsrecht in festgelegten Abständen, eine Sonderregel für Schwangerschaft nennt UNIQA nicht
Volltarife (UNIQA ab Optimal, DONAU Securmed Stationär, Wiener Städtische bestHEALTH)ja, nach der Wartezeit-

DONAU SmartStart und sorgenfreie.sonderklasse.start der Wiener Städtische haben dieselben Prämien und Umstiegsregeln. Beide Versicherer gehören zur Vienna Insurance Group, beide verlangen bis 19 Jahre 7,27 Euro, mit 20 Jahren 14,16 Euro und mit 30 Jahren 16,30 Euro im Monat. Abschließen lässt sich der Tarif bis 40, der Umstieg in den Volltarif ist bis zum 45. Lebensjahr ohne Gesundheitsprüfung möglich.

Die Geburt: was der Volltarif zahlt

Im Volltarif sind Entbindung und die Behandlungen rund um die Schwangerschaft in der Sonderklasse gedeckt, bei der Wiener Städtische und der DONAU ohne Selbstbehalt. Wer in der allgemeinen Klasse entbindet, bekommt eine Entbindungspauschale. Im Tarifblatt bestHEALTH der Wiener Städtische (Auflage 01/2026) beträgt sie je nach Variante 410, 887, 1.365 oder 1.843 Euro. DONAU und Wiener Städtische zahlen außerdem für Hebammen vor, bei und nach der Geburt bis 480 Euro.

Achtung bei jungen Erwachsenen

Bei DONAU und Wiener Städtische sind Schwangerschaft und Geburt laut Informationsblatt nur für Personen gedeckt, die zur Erwachsenenprämie versichert sind. Eine 19-jährige Tochter, die noch zur Kinderprämie im Familienvertrag läuft, hat für eine Geburt keinen Sonderklasse-Schutz.

Das Neugeborene: eine Lücke im Gesetz

Das Versicherungsvertragsgesetz gibt in § 178e einen Anspruch, ein Neugeborenes ab Geburt ohne Wartezeit und im selben Umfang wie den Elternteil mitzuversichern. Das Verlangen muss spätestens zwei Monate nach der Geburt gestellt werden, bei einem erhöhten Risiko darf der Versicherer einen angemessenen Zuschlag verlangen. Der Haken: Der Anspruch gilt nur, wenn der Elternteil im vollen Umfang krankenversichert ist, nicht nur mit Zusatzleistungen zur gesetzlichen Sozialversicherung. Eine Sonderklasse-Versicherung ist genau so eine Zusatzleistung.

Diese Lücke schließen die Versicherer mit eigenen Regelungen:

  • UNIQA Babyoption: zubuchbar zu Sonderklasse Start bis Premium. Das Neugeborene wird ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen, laut UNIQA auch bei Vorerkrankungen.
  • DONAU Babyvorteil: in Securmed Stationär gratis enthalten, eine begünstigte Mitversicherung von Neugeborenen.
  • Wiener Städtische Babyvorteil: in bestHEALTH sowie in den Einstiegstarifen sorgenfreie.sonderklasse.start und .unfall enthalten, ebenfalls als begünstigte Mitversicherung.

Wie lange nach der Geburt das Kind angemeldet sein muss und was „begünstigt“ im Einzelfall heißt, steht in den Versicherungsbedingungen. Die Frist sollte vor der Geburt im Kalender stehen: Wird sie versäumt, kann bei einem krank geborenen Kind eine Gesundheitsprüfung nötig werden.

Kinder versichern: was es kostet

Kinder zahlen bis zum 20. Geburtstag eine eigene, niedrigere Prämie. Das Tarifblatt der Wiener Städtische zeigt, wie groß die Spanne je nach Bundesland ist:

Kinderprämie bis 19, pro MonatSMARTPREMIUMSelbstbehalt SMART pro Jahr
Vorarlberg14,97 €19,95 €474,50 €
Steiermark17,11 €22,80 €542,50 €
Oberösterreich18,45 €24,59 €585,00 €
Wien22,40 €29,86 €710,50 €
Einstiegstarif mit Option (DONAU, Wiener Städtische)7,27 €-

bestHEALTH Sonderklasse, Gruppentarif Bundesgremium Versicherungsagenten, Auflage 01/2026. Einzelverträge können abweichen. Übrige Bundesländer: Sonderklasse-Versicherung.

  • Selbstbehalt: Kinder zahlen bei der Wiener Städtische den halben Selbstbehalt, bei der DONAU gilt bis zum 20. Geburtstag ebenfalls der halbe.
  • Begleitperson: Liegt ein versichertes Kind unter 18 im Spital, übernehmen DONAU und Wiener Städtische die Kosten einer Begleitperson, UNIQA ebenfalls für versicherte Kinder.
  • Ersatztaggeld: In den Unfall- und Einstiegstarifen der Wiener Städtische und der DONAU bekommen Kinder bei Verzicht auf die Sonderklasse 110 Euro pro Tag, Erwachsene 220 Euro.

Mit 18 oder 20: der Prämiensprung

Die günstige Kinderprämie endet. Bei UNIQA darf die Prämie mit dem 18. Geburtstag auf den Betrag angehoben werden, den der Tarif für jemanden vorsieht, der mit diesem Alter neu eintritt. Der Versicherungsnehmer wird mindestens einen Monat vorher informiert und kann binnen vier Wochen kündigen, ohne dass die Erhöhung wirksam wird. Bei der Wiener Städtische gilt die Kinderprämie bis zum 20. Geburtstag.

Zur Größenordnung: Im oberösterreichischen bestHEALTH-Tarif kostet SMART für Kinder 18,45 Euro, ein Neuabschluss mit 20 Jahren 51,76 Euro, fast das Dreifache. Wer ein volljähriges Kind weiter versichert, sollte diese Zahl vor dem Geburtstag kennen. Der Vorteil der durchgehenden Versicherung bleibt: keine neue Gesundheitsprüfung.

Rabatte für mehrere Personen

DONAU und Wiener Städtische geben 5 Prozent Partnerbonus, wenn mindestens zwei Personen, die im selben Haushalt leben, in einer Polizze versichert sind. Bei der DONAU gilt das für die Sonderklasse ebenso wie für die Privatarzt-Versicherung Securmed Ambulant, dort für Personen in derselben Tarifvariante.

Arztbesuche außerhalb des Spitals

Die Sonderklasse zahlt nur im Spital. Für Kinderärzte ohne Kassenvertrag braucht es eine Privatarzt-Versicherung. Die UNIQA-Privatarzttarife ab Optimal decken laut Informationsblatt auch die Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass, für die Familiengründung gibt es den Zusatzbaustein „Eltern werden“. Bei der DONAU ersetzt Securmed Ambulant die volle Differenz zur Kassenleistung oder 80 Prozent, wenn die Kasse nichts zahlt. Details: UNIQA und DONAU.

Checkliste für Eltern

  • Volltarif mit Geburtsdeckung vor einer geplanten Schwangerschaft abschließen, Wartezeit erfragen.
  • Babyoption oder Babyvorteil prüfen: enthalten oder zubuchbar, und bis wann muss das Neugeborene angemeldet sein?
  • Bei Einstiegstarifen: Ab wann gilt der Umstieg wegen Schwangerschaft, und ab wann ist die Geburt danach gedeckt?
  • Kinderprämie und Selbstbehalt für Kinder im eigenen Bundesland erfragen.
  • Vor dem 18. oder 20. Geburtstag klären, was die Prämie danach kostet.

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